„Behindertensport bewegt!“ – Para School Games als Startschuss der Österreich-Tour

Rund 350 Schülerinnen und Schüler mit Behinderung nutzten vielfältiges Bewegungs- und Sportangebot - Der Österreichische Behindertensportverband startete heute gemeinsam mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger die „Behindertensport bewegt!-Tour“, um möglichst viele Menschen mit Behinderung für regelmäßige Bewegung und Sport zu gewinnen sowie möglichst viele Menschen für die positive Bedeutung des Behindertensports zu sensibilisieren. Mit den Para School Games stand heute die erste Station in Wien am Programm. Auf Initiative des Wiener Behindertensportverbandes in Kooperation mit dem Österreichischen Behindertensportverband und dem Wiener Stadtschulrat wurden die Para School Games in der Hopsagasse ausgetragen. Mit rund 350 Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedürfnissen sowie den Persönlichkeiten Mag.a Ingrid Reischl, Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse, Mag. Julian Hadschieff, Vizepräsident des ÖBSV, Mag. Christian Günther, Vertretung Sportminister, Mag. Margit Straka, Präsidentin des Wiener Behindertensportverbandes sowie die Spitzensportler Andreas Vevera (Tischtennis), Sabine Weber-Treiber (Schwimmen) und Nico Langmann (Rollstuhl-Tennis) war die Auftaktveranstaltung der „Behindertensport bewegt!-Tour“ gut und prominent besucht.

"Ich bin wirklich stolz, dass ich heute bei dieser Veranstaltung dabei sein darf. Ich beneide euch um diesen Tag, ich finde es toll, dass so viele Schülerinnen und Schüler gekommen sind", so Mag.a Ingrid Reischl, Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse im Zuge der Eröffnung. "60 Jahre Behindertensportverband in Österreich. Wir sind begeistert so viele bewegungs- und sportinteressierte Schülerinnen und Schüler sowie Kinder begrüßen zu dürfen.  Auch viele Angehörige und Lehrerinnen und Lehrer scheuten nicht den Weg in die Hopsagasse. "Behindertensport bewegt!" lebt hier richtig, ein Dank an Mag. Margit Straka, Präsidentin des Wiener Behindertensportverbandes, die mit unermesslichen Elan und großer Freude zum bereits vierten Mal die Organisation der Para School Games - gemeinsam u.a. mit Matias Costa - organisiert hat“, so Mag. Julian Hadschieff, ÖBSV-Vizepräsident, in seinen Grußworten. Mag. Christian Günther, in Vertretung von Sportminister Heinz-Cristian-Strache, zeigte sich von der Veranstaltung beeindruckt: „Dieses Projekt ist eine wertvolle Unterstützung für ein gleichberechtigtes Zusammenleben innerhalb unserer Gesellschaft.“ Dann folgte die offizielle Eröffnung: „Ich begrüße alle Schülerinnen und Schüler, die einerseits schon Erfahrungen mit Bewegung und Sport haben, aber auch jene 6-10jährigen, die erstmals hineinschnuppern in die Welt des Behindertensports“, so Mag.a Margit Straka, Präsidentin des Wiener Behindertensportverbandes. Einer Eröffnung, die ansatzweise mit olympischen Veranstaltungen vergleichbar ist, marschierten doch dann rund 250 Schülerinnen und Schüler aus 14 Schulen sowie rund 100 junge Schülerinnen und Schüler, die erstmals an einem Schnuppertag mit viel Bewegung und Sport teilnahmen, in die Halle ein.

Para School Games - Bewegung und Sport im Mittelpunkt - Spitzensportler zeigten sich begeistert

Nach der feierlichen Eröffnung starteten die Schülerinnen und Schüler der 14 Schulen die Wettkämpfe in den vier Behindertensportarten Tischtennis, Showdown, Boccia und Fußball. In der sogenannten Bewegungszone konnten die rund 100 neu-angemeldeten Schülerinnen und Schüler bei vier Mit-mach-Stationen Taekwondo, Rolli-Parcours (Rolli-Slalom), Mobilitäts-Parcours sowie Basketball ihre ersten Erfahrungen sammeln. Auch Sabine Weber-Treiber (Schwimmen) sowie Nico Langmann (Rollstuhltennis) waren zu Gast und nutzten die Chance persönlich mit den Schülerinnen und Schüler aktiv Bewegung zu machen. "Der Vormittag war einfach phantastisch. So viele Kinder auf einem Platz - es hat wirklich großen Spaß gemacht. Es waren tolle Erfahrungen, die wir heute gemacht haben", so Sabine und Nico, die u.a. beim Rollstuhl-Slalom viel Spaß mit den Schülerinnen hatten. Andreas Vevera (Tischtennis), ein treuer Gast bei den Para School Games, gab erneut seine Erfahrung und Wissen in der Tischtenniszone weiter. „Es ist immer wieder ein wunderbares Gefühl jungen Menschen, jungen Schülerinnen und Schüler, beim Spielen und Üben zuzuschauen und viele wertvolle Tipps geben zu können.“

Behindertensport bewegt!-Tour – neben Bewegungs- und Sportangeboten Vermittlung von Informationen über den Behindertensport

„Behindertensport bewegt!“ mit seinen Bewegungs- und Informationstagen für Menschen mit Behinderung in ganz Österreich hat immer eine duale Ausrichtung. Trainer und Fachleute informieren in Theorieeinheiten über die Wichtigkeit von Bewegung und Sport besonders bei behinderten Menschen als auch über aktuelle Angebote in den Bundesländern. In Praxiseinheiten können dann regionalspezifische Sportangebote in Mitmachstationen auch gleich ausprobiert werden. Auch heute konnten zahlreiche Interessierte bei Mag. Andrea Scherney, ÖBSV-Sportdirektorin, in Vorträgen über die Bedeutung von Sport und Bewegung für Menschen mit Behinderung sowie Wissenswertes über den Österreichischen Behindertensportverband erfahren. „Die Aktion Behindertensport bewegt ist für uns alle eine gute Möglichkeit den Behindertensport einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen. Das Ziel muss sein, durch theoretische und aktive Einheiten vermehrt Neugierde zu wecken, und zu zeigen, dass Bewegung und Sport die eigene Lebensqualität immens steigert. Im Großen und Ganzen eine Win-Win-Situation für alle“, so Mag. Andrea Scherney.

EU-Förderung für ÖBSV-Bewegungs- und Sportprojekte

Der Österreichische Behindertensportverband nimmt erstmals seit der Neuauflage des Erasmus+ Förderprogramms an EU-Projekten teil! Mit dem Abgang traditioneller CP-Sportarten treten derzeit neue Sparten wie u.a. Rollstuhl Slalom in Erscheinung. ÖBSV Vize-Präsidentin Mag. Margit Straka und Projektleiter Matias Costa unterstreichen die positive Bedeutung des Projektes „Wheelchair Slalom“. „Ein spannendes Projekt und ein interessanter Ansatz für ein Mobilitätstraining. Wir denken, die Initiative wird vor allem im Bereich Kinder- und Jugendsport fruchten.“ Im zweiten Projekt "Change Your Mindset-Sport4Everyone" steht die soziale Inklusion von jungen (15-29 Jahre) Menschen mit Behinderung sowie der positive Nutzen von Bewegung und Sport im Mittelpunkt. Neben dem ÖTTV wird sich der ÖBSV im Zuge der Messe integra® aktiv einbringen. Kernstück in Wels werden Workshops sein, wo u.a. Ärzte, Physiotherapeuten, Psychologen, Sportwissenschaftler und ehemalige Sportlerinnen, über die Wichtigkeit für Bewegung und Sport referieren. Darüber hinaus werden auch Praxiseinheiten im Rahmen der Sportzone angeboten.

Mission und gesellschaftliche Aufgaben des ÖBSV

Der Österreichische Behindertensportverband (ÖBSV) ist der kompetente Komplett-Sportanbieter und die Sportinteressensvertretung und Serviceeinrichtung für Menschen mit Behinderung. Er ermöglicht mit seinem Programm sportliche Bewegung, bietet fachgerechte Betreuung, schult Betreuerinnen und Betreuer organisiert Trainingskurse und Wettkämpfe und hilft bei der Anschaffung von individuellen Sportgeräten. Der ÖBSV bildet in Österreich die wichtige Plattform für notwendigen Erfahrungsaustausch von Menschen mit Behinderung für alle Alters- und Leistungsgruppen. „Es ist Ziel des ÖBSV, möglichst viele Menschen mit Beeinträchtigung für das Thema Bewegung und Sport zu begeistern und sie in diesem Sinne zu aktivieren, handlungskompetent anzuweisen und in ihren Bemühungen zu unterstützen“, so Präsidentin Brigitte Jank.

Breites Angebot an Aus- und Fortbildung, Kurse und Sportwochen

Nur mit geschulten Betreuerinnen und Betreuern kann wichtige, behindertenspezifische Anleitung im Sport bereitgestellt werden. Seit Beginn der Übungsleiter-Ausbildungen im Jahr 2004 fanden bis Ende 2017 21 Basismodule an denen 315 Personen teilgenommen haben und 33 Sportmodule mit 218 Teilnehmerinnen statt. Insgesamt wurden bisher 153 ÖBSV-Übungsleiterzertifikate ausgegeben. Sportmodule gab es u.a. mit den Themen Schwimmen, Powerchair Football, Rollstuhltanz, Sehbehindertenfußball, Tischtennis und Mentalbehindertensport. Die Lehrgänge zur Ausbildung von Instruktorinnen für Behindertensport mit Schwerpunkt Mentalbehindertensport oder Körper- und Sinnesbehinderungen wurden in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Unterrichtsministerium und der Bundessportakademie (BSPA) zu einem neuen Instruktorinnen-Kurs (IK) Behindertensport zusammengezogen. Die Inhalte sind weniger auf einzelne Sportarten ausgelegt, sondern fokussieren auf die z.B. Trainierbarkeit, Leistungsfähigkeit, Regenerationsfähigkeit von Sportlerinnen mit Behinderung. Die staatliche Instruktorinnen-Ausbildung wird derzeit im Behindertensport und im Behindertenskilauf angeboten. Neben der großen traditionellen Behindertensportwoche in Schielleiten bietet der ÖBSV auch zahlreiche Sportkurse, Trainingslager, Sportwochen, die von den einzelnen Kompetenzgremien (KG) und Sportarten organisiert werden, an. KG-AR (Amputierten- und Rollstuhlsport) kooperiert seit 2016 mit dem VQÖ (Verband der Querschnittgelähmten Österreichs) und seinen Frühjahrs- und Herbstsportwochen. Durch die vielen einzelnen Sportarten wie u.a. Rollstuhl-Basketball, Rollstuhl-Rugby, Rollstuhl-Tennis, Rollstuhl-Tanzen, gab es z.B. auch 2017 über 150 Aktivitäten (z.B.: KG-B (Blindensport) mit Multisportwoche in Obertraun; KG-C (Cerebralparetikersport) mit Wintersport- und Abenteuersportwochen). s2016 kam erstmals durch das KG-M (Mentalbehindertensport) eine Sommerkaderwoche im BSFZ Maria Alm zur Austragung.

Leistungs- und Spitzensport – Management auf höchstem Niveau

Der ÖBSV mit seinen Landesverbänden und Vereinen, Kompetenz-Gremien und Referaten organisiert im Bereich des Leistungssports jährlich über 150 Sportveranstaltungen: darunter Nationale Meisterschaften wie Österreichische Staatsmeisterschaften, Österreichische Meisterschaften, Österreichische B-Meisterschaften oder Landesmeisterschaften, Turniere sowie Sportwochen und Trainingskurse - für den Breiten- und Wettkampfsport. Mit diesen rund 70 Staats- und Landesmeisterschaften, 20 Cup- und Ranglistenturniere, rund 10 Gehörlosen-Sportveranstaltungen sowie zahlreiche behindertenspezifische Schwerpunktkurswochen und sportartspezifische Kurstage in ca. 25 Sportarten bietet der ÖBSV seinen Sportlerinnen und Funktionärinnen ein breites Betätigungsfeld in den Bereichen Sportausübung und Kursangebote. Im Bereich des Spitzensports entsandte im Jahr 2017 der Österreichische Behindertensportverband sowie der Österreichische Gehörlosensportverband 65 Athletinnen und Athleten mit Behinderung zu 13 Weltmeisterschaften (auch eine Junioren-WM), 3 Europameisterschaften, zu Welt- und Europacupveranstaltungen sowie zum World Team Cup Rollstuhl-Tennis in den verschiedensten Sportarten. So u.a. Leichtathletik, Rollstuhl-Fechten, Rollstuhl-Tanzen, Schwimmen, Ski/alpin, Ski/nordisch und Ski/ Snowboard sowie Tischtennis.