Rollstuhl-Fechten: Dritter Platz für Nachwuchs-Talent

Beim international top-besetzten IWAS Satelite World-Cup Austria Klagenfurt 2022 holte der 17-jährige Lukas Moßbauer seinen ersten Stockerlplatz.

Die Finale des Weltcups fanden im Shopping-Center City Arkaden Klagenfurt statt. Alle Fotos (c) SFLK

Der IWAS Satelite World-Cup Austria Klagenfurt 2022, unter der Schirmherrschaft des ÖBSV und organisiert vom SFLK, fand am 11. und 12. Juni in der Sporthalle Waldmannsdorf statt. Durch die tatkräftige Unterstützung der Stadt Klagenfurt, des Landes Kärnten, des Bundesministeriums und mehr als 20 Sponsoren konnte dieses Event verwirklicht werden.

Jüngster im Feld holt Weltcup-Punkte

30 Athleten aus acht Nationen und zusätzlich zwölf neu klassifizierte Sportler:innen waren dabei. Paula Engel, die erste österreichische Rollstuhlfechterin der Geschichte und Lukas Moßbauer (beide SFLK) waren die österreichischen Vertreter:innen. Paula hatte im Damendegen Kategorie A eine sehr starke Runde, schied aber aus und landete auf dem sechtsen Platz. Lukas qualifizierte sich für die Direktausscheidung im Herrendegen Kategorie A. Sein Gegner Felix Scharder (GER) war allerdings eine Nummer zu groß. Der dritte Platz ist gutes Ergebnis, zumal Lukas mit seinen 17 Jahren der jüngste im Feld war. „Die Leistungen sind der Nervosität zu zurechnen“ so Coach Peter Brigola, „es geht aber wesentlich mehr. Zumindest sind die ersten Weltcuppunkte eingefahren.“

Lukas Moßbauer (Mitte) wurde dritter!
Viel internationale Beteiligung in Klagenfurt.

Finale auf hohem Niveau

Im Shoppingcenter City Arkaden Klagenfurt fanden dann am Samstag die Finale statt. Die Zuschauer konnten das Rollstuhlfechten hautnah erleben. Sie sahen Gefechte auf höchstem Niveau und eine sehr emotionale Siegerehrung. „Hier erleben die Leute wie Fechten das Leben von Rollstuhlfahrern positiv verändert“, meint die Hauptorganisatorin Mirani Fernandes. „Die Chance behinderten Menschen die Gelegenheit zu geben sich mit Gleichgesinnten zu messen und gleichzeitig die Anerkennung der Gesellschaft zu erfahren, ist jeden Aufwand wert“, so Fernandes weiter.

Durch die Hilfe des Ungarischen Paralympischen Commitees und des Kroatischen Rollstuhlfechtverbandes konnten die immensen materialtechnischen Herausforderungen gestemmt werden. Die Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Kanada, Österreich, Rumänien, Serbien, Spanien, Ukraine, Ungarn und Zypern haben bereits ihre Teilnahme an einer Fortsetzung im nächsten Jahr bestätigt.

Die Vorrunden fanden in der Sporthalle Waldmannsdorf statt.

Ausbildung im Vorfeld

Am 9. und 10. Juni fand im Vorfeld des Weltcups ein IWAS Schiedsrichterseminar statt. Die 14 TeilnehmerInnen aus neun Nationen legten die theoretische und die praktische Prüfung zur IWAS P Lizenz für Degen und Florett ab. Am 10. Juni traf sich die IWAS-Entwicklungskommission um, unter der Leitung von Peter Brigola, die Aktionspläne für die Entwicklung des Sports in neuen Ländern zu erarbeiten. „Ziel ist es durch Veranstaltungen wie das Event in Klagenfurt neue Nationen zu gewinnen und die Anzahl der Athleten zu vergrößern“, so Brigola.

Die Schiedsrichter:innen-Ausbildung.