Rollstuhlbasketball: Final- und Saisonrückblick

Die Bulls feiern ihren neunten Titel in Serie, die Broncos jubeln über Rang zwei und das Nationalteam will wieder Vollgas geben. Der Rollstuhlbasketball in Österreich ist auf einem guten Weg.

Philipp Hochenburger beim Wurf. Foto (c) ÖBSV

Samstag, es ist kurz vor 17 Uhr im Happyland in Klosterneuburg, Niederösterreich. Abpfiff der österreichischen Rollstuhlbasketball-Meisterschaften 2020/2021. Die Sitting Bulls sind Meister, es ist ihr neunter Titel in Folge.

Im Finale hat man gerade die Carinthian Broncos geschlagen, 81:45. Der Spielstand vielleicht deutlicher als das Spiel selbst, denn die Broncos haben stark gespielt. Die Kärntner können die Partie anfangs offenhalten, spielen ihre Routine aus und gehen voll rein. Die Niederösterreicher, angeführt vom Kapitän Matthias Wastian, müssen in den ersten zwei Vierteln ihr bestes Basketball zeigen.

Die Bank macht den Unterschied

Es ist die starke Bank, die am Ende den großen Unterschied macht. Mit Plisak (19), Wastian (18), Hayirli (18) und Hochenburger (16) haben die Bulls gleich vier Spieler, die heute zweistellig werfen.

Bei den Kärntnern sind es wieder einmal Mehmedivic (16) und Riedl (11) die herausstechen. Der Ausfall von Forward Holdernig können die zwei aber nicht wettmachen. Manfred Kartnig bringt es für die Broncos auf den Punkt: „Rang zwei in der Meisterschaft war unser Ziel, das haben wir erreicht. Heute mithalten konnten wir nur im ersten Viertel!“

Philipp Hochenburger von den Bulls: „Wir haben hart gearbeitet, gleichzeitig nicht auf den Spaß im Spiel und im Training vergessen. Wir waren ja alle froh, dass wir trotz der Pandemie und den Einschränkungen spielen konnten.“

Bericht in der TVTHEK des ORF (bis 2. Mai 2021 abrufbar)

Die Sitting Bulls sind Meister! Foto (c) ÖBSV

Absagen und Neustart

Blickt man etwas ein Jahr zurück und lässt die Zeit Revue passieren, war die Ausführung der Meisterschaft 2020/2021 nicht selbstverständlich. Die Saison 2019/2020 wird frühzeitig mit dem Lockdown im März 2020 beendet, die Bulls vorzeitig zum Meister erklärt. Es folgen die Absage der Spiele auf europäischen Boden auf Clubebene und der B-EM. Vor allem die Absage der EM ist so vielleicht nicht unbedingt notwendig. Diese wird von Sommer auf den Herbst verschoben, die Infektionszahlen sind dann aber so hoch, dass eine Absage zwingend ist – so wie die Verschiebung der Saison 2020/21 von Herbst 2020 auf das Frühjahr 2021. Dank Hygiene- und Sicherheitskonzepten bei Training und Spielrunden ist der Start und die insgesamt vier Spielrunden dann aber ein Erfolg.

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Foto (c) ÖBSV

Flinkstones souverän

Dritter der Saison 2020/21 sind die RBB FlinkStones Graz, die in der Final-Runde ihre Spiele 65:30 gegen die Dolphins aus Wien und 71:32 gegen die Rebound Warriors  aus Linz gewinnen. Flinkstones-Kapitän Edler: "Es war eine schwierige Saison, wir konnten lange nicht spielen, das hat gemerkt. Am Ende sind wir gut angekommen, wir freuen uns schon auf die kommende Meisterschaft."

Die Broncos sind happy über Platz zwei in der Meisterschaft. Foto (c) ÖBSV

Voller Fokus auf das Nationalteam

Wie es weitergeht? Für die B-EM gibt es genug Zusagen der Nationalteams und einen Termin – ob man aber wirklich spielen kann, soll sich bald entscheiden. Die B-EM soll im Juli in Athen über die Bühne gehen. Dazu hat das Nationalteam ein paar Trainingslager geplant – die ersten zwei finden noch im Mai statt. Nationalspieler und Rückkehrer Mehmet Hayirli: "Wir sind sehr froh und top-motiviert für die kommenden Camps. Nach gefühlt ewiger Pause ist es für mich persönlich hervorragend wieder für Rot-Weiß-Rot an den Start zu rollen. Es werden einige alte Bekannte und neue Gesichter dabei sein, was natürlich auch nochmal die Freude erhöht. Je mehr Spieler im Team sind umso mehr profitiert es davon."

Nicht so toll: Die IWBF hat die EUROLEAGUE abgesagt - aber die wird hoffentlich 2022 wieder am Start sein.

Foto (c) ÖBSV/Markus Frühmann