Simon Erhart ist neuer ÖBSV-Meisterschaftskoordinator

Der 28-jährige Student der Sportwissenschaften verrät seine Ziele und warum ihn der Behindertensport begeistert.

Alle Fotos (c) ÖBSV/Daniel Kudernatsch

Der Österreichische Behindertensportverband hat einen neuen Meisterschaftskoordinator. Simon Erhart ist gebürtiger Mödlinger, lebt seit vielen Jahren in Wien und studiert Sportwissenschaften auf der Schmelz an der Universität Wien. Er absolviert Kurse im Bereich Behindertensport und hat sich seinen Traum vom Job beim ÖBSV verwirklicht.

Simon, Gratulation zu deinem neuen Job als Meisterschaftskoordinator. Welche Aufgaben warten auf dich?
Simon Erhart: Ich werde mich, wie der Name schon sagt, um die Koordination der Meisterschaften in den zahlreichen Behindertensportarten kümmern. Die Veranstaltungen und Austragungsmodalitäten sind aktuell sehr unterschiedlich, daher werde ich Konzepte erstellen, um alle Events auf ein gleiches, hohes Qualitätslevel zu heben.

Welche Ziele hast du dir gesetzt?
Behindertensportlerinnen und Behindertensportler haben sich noch mehr Aufmerksamkeit verdient, sowohl im Leistungs- als auch im Breitensport. Ich möchte daher meinen Teil dazu beitragen, dass noch mehr Menschen von den Meisterschaften erfahren und zum Zuschauen kommen. Außerdem müssen sich die Athletinnen und Athleten bei jeder Meisterschaft sicher sein können, dass die Organisation perfekt abläuft, sie sich auf ihre sportliche Leistung konzentrieren und Spaß haben können.

Wie bist du zu deiner neuen Tätigkeit beim ÖBSV gekommen?
Als Trainer verschiedener Sportarten für Kinder und Senioren habe ich viel Erfahrung im Bereich Coaching und Organisation sammeln können. In den von mir betreuten Gruppen waren auch Menschen mit Beeinträchtigungen dabei, die besondere Bedürfnisse hatten. Als ich dann den Österreichischen Behindertensportverband entdeckt habe wusste ich sofort: Hier möchte ich arbeiten. Ich habe mich daher bei Matias Costa gemeldet und einige Fußballturniere besucht. Die positive Mentalität der Kickerinnen und Kicker hat mich sofort begeistert und ein echtes "Wow"-Erlebnis hat mich sehr beeindruckt.

Simon Erhart und ÖBSV-Sportdirektorin Andrea Scherney bei der Meisterschaftsplanung.

Kannst du das näher beschreiben?
Bei einem Fußballturnier für Mentalbehinderte hat eine Mannschaft ein Gegentor erhalten. Aber anstatt sich zu ärgern oder sich Schuld zuzuweisen, haben die Spieler den Ball aus dem Tor geholt und ihn tanzend wieder zur Mittellinie gebracht, während die Tor-Musik für die Gegner eingespielt wurde. Die Mentalbehinderten sind dem sportlichen Rückschlag mit Fröhlichkeit begegnet und haben sich mit dem Gegner gefreut. Dieser Moment hat mich fasziniert und geprägt. Als ich dann gehört habe, dass jemand für die Stelle des Meisterschaftskoordinators gesucht wird, habe ich mich sofort beworben und glücklicherweise den Job erhalten.

Wie hast du deine Anfangszeit beim ÖBSV bisher erlebt?
Ich schätze es sehr wie die Menschen bei den Turnieren und im Büro miteinander umgehen. Die Kommunikation verläuft auf eine sehr persönliche und freundschaftliche Art, es herrscht eine tolle Atmosphäre. Jeder unterstützt den anderen, ist hilfsbereit und man spürt, dass alle an einem Strang ziehen. Wir haben ähnliche Motive und sind ein großes Team, das den Behindertensport weiterentwickeln will. Die Wertschätzung der Sportlerinnen und Sportler für den persönlichen Einsatz ist der schönste Lohn, den man erhalten kann.

Welche Pläne hast du für die nächsten Wochen und Monate?
Die zahlreichen Verordnungen aufgrund der COVID-19-Pandemie sorgen aktuell für einige Herausforderungen. Wir können viele Pläne deshalb noch nicht voll in Angriff nehmen, stellen aber bereits zahlreiche Weichen für die Zukunft. An den Turnieren, die stattfinden können, sollen möglichst viele Sportlerinnen und Sportler teilnehmen. Wir wollen Positivität ausstrahlen und das beste aus der Situation machen. Außerdem werde ich die Zeit nutzen, um mich weiterzubilden und Kurse beim ÖBSV absolvieren.