BOCCIA

Das Wichtigste über Boccia
Boccia wurde schon im Römischen Reich als Zeitvertreib gespielt und entwickelte sich hauptsächlich in Südeuropa. Dort wird es heute noch gespielt – meist auf einer Wiese oder auf Sand. Gerade für Menschen mit schwerer cerebraler Bewegungsstörung ist Boccia der ideale Hallensport.

Boccia wird nicht nur als Freizeitvergnügen, sondern auch wettkampfmäßig gespielt. Für diesen Sport ist einerseits taktisches und vorausschauendes Denken gefragt, andererseits erfordert das Werfen der Bälle ein hohes Maß an Körperbeherrschung und Koordination. Dazu kommt, dass Boccia einen hohen therapeutischen Wert erfüllt: das Training der Auge-Hand-Koordination (Greifen und Loslassen bei der Wurfbewegung). So wird der Alltag (Essen, Körperpflege, Fortbewegung, manuelle Tätigkeiten und vieles mehr) um ein Vielfaches leichter bewältigt. Boccia ist auch ein Teamspiel. Das fördert die Kommunikation und hilft, Berührungsängste abzubauen.

Wissenswerte Regeln über Boccia
Interessierte Menschen werden je nach Schweregrad ihrer körperlichen Beeinträchtigung beim Boccia in drei Wettkampfklassen eingeteilt. Sie treten einzeln oder im Team gegeneinander an. Beim Einzelbewerb wirft jede Spielerin bzw. jeder Spieler sechs Bälle. Beim Teambewerb wird pro Spieler oder Spielerin zweimal geworfen.

Das Ziel ist bei Einzel- und Teamwett kämpfen immer das gleiche: möglichst viele eigene Bälle näher am weißen Ball zu platzieren als der Gegner. Dies geschieht unter Zeit begrenzung. Sind alle 12 Bälle gespielt, ist eine Runde beendet.

Ein anspruchsvoller Sport - Boccia verlangt geistige Auseinandersetzung und fördert Sprache, Denken, Lernen, Gedächtnis, Behalten und Wiedergeben. Boccia eignet sich optimal für Menschen mit Cerebralparese, um sich in einem adäquaten sportlichen Wettkampf messen zu können.

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Ansprechpartner

BOCCIA
Michael Geiling
michaelgeiling(at)telering.at

Die Klassifizierung (Boccia)

Ist eine Sportart für Athlet/innen mit schweren motorischen Einschränkungen aller vier Extremitäten mit cerebralem (z.B. Spastik) oder nicht cerebralem Ursprung (Tetraplegie, Multiple Sklerose, etc.).

Ursprünglich als Sportart der CP-ISRA nur für Cerebralparetiker erlaubt, erfolgte in den letzten Jahren eine Öffnung für andere schwere Behinderungsformen durch Einführung einer zusätzlichen Spielklasse (BC4). Ziel ist es, die eigenen Bälle in die Nähe  eines Zielballs zu bringen, bzw. den Gegner an diesem Vorhaben zu hindern. Neben allgemeinen motorischen und koordinativen Fertigkeiten (Wurffähigkeit, Zielgenauigkeit, etc.) stellt diese  Sportart auch hohe Anforderungen an Konzentration und Taktik. Gespielt wird in Einzel- und Mannschaftsspielen.

BC1 - Spieler/innen mit Einschränkungen aller vier Extremitäten, schlechter Greif- Loslassfunktion der Hände, sowie schlechter Rumpfstabilität. Das Spielen mit den Füssen ist erlaubt. Sind zumeist auf einen Elektrorollstuhl angewiesen, können keinen Handrollstuhl bedienen.

BC2 - Schwere bis mittlere Einschränkung aller vier Extremitäten, bessere Rumpfstabilität als BC1, können einen Handrollstuhl bedienen.

BC3 - Schwere lokomotorische Dysfunktion cerebralen oder nicht cerebralen Ursprungs in allen vier Extremitäten. Diese Spieler/innen sind nicht in der Lage, den Ball funktionell anzutreiben, da sie keine nachhaltige Greif- oder Loslassfunktion haben. Um einen Bocciaball auf das Spielfeld zu werfen, benützen sie Rinnen als Behelfsgeräte. Jede/r Spieler/in kann durch einen Helfer unterstützt werden, der in der Spielerbox bleibt, jedoch dem Spielfeld seinen Rücken zuwenden und die Augen vom Spiel abwenden muss.

BC4 - Motorische Einschränkungen aller vier Extremitäten nicht cerebralen Ursprungs, z.B. Tetraplegie (= hohe Querschnittlähmung), Multiple Sklerose, Muskeldystrophie, etc., verbunden mit schlechter Rumpfkontrolle. Greif- und Wurffähigkeit sind stark eingeschränkt.