RADSPORT

Das Wichtigste über das Handbike
Das Handbike wird durch die Kraft der Arme angetrieben. Es ist das perfekte Sportgerät für den Breiten- und Leistungssport.Selbst ein mäßig bis gar nicht trainierter Rollstuhlfahrer kann mit dem Handbike problemlos einige Kilometer zurücklegen.

Auch im Leistungssport tut sich Einiges und zugleich werden die Grenzen des Machbaren immer weiter hinausgeschoben. Seit 2004 sind Handbiker auch bei den paralympischen Spielen vertreten. Damit sind die Möglichkeiten des Handbikes noch nicht ausgeschöpft. Jüngste Entwicklungen gehen dahin, dass das Handbike auch von Nichtbehinderten gefahren wird.

Besonderheiten beim Handbike
Das Handbike ist mit einer Gangschaltung ausgestattet, die einfach zu bedienen ist. Mit Hilfe der Gänge können Steigungen leichter überwunden werden. Man unterscheidet zwei Grundtypen: das Vorspannbike, hier ist das Rad an fast jedem handelsüblichen Rollstuhl montierbar, und das Rennbike, welches ohne den Rollstuhl auskommt.

Das Wichtigste über das Tandem
Mit diesem „doppelten Fahrrad“ ist es auch blinden und sehbehinderten Personen möglich gemeinsam mit PilotfahrerInnen und Pilotfahrern den Sport auszuüben.

Das Wichtigste über Zweirad und Dreirad
Die Frage, welches Rad zu wem passt, muss ganz individuell geklärt werden. Dank vielfältiger technischer Lösungen ist zweiradfahren heutzutage auch für Menschen mit Amputationen, Gliedmassenschäden und cerebralen Bewegungsstörungen möglich. Menschen mit schweren Gleichgewichtsstörungen, wie etwa bei Cerebralparesen verwenden in der Regel Renndreiräder für ihren Sport.


Beliebtes Handbike

Das erste moderne Handbike wurde 1983 in den USA gebaut. Mitte der 1990er schaffte das Handbike den Durch bruch in der Radrennszene. Die Bikes werden meistens individuell auf die körperlichen Anforderungen angepasst.

„Erfolg ist, wenn man merkt: Und es geht doch. Seit einem Unfall beim Schultur nen lebe ich nach diesem Prinzip und ich gebe es als Trainer an junge Menschen weiter.“

Ansprechpartner

RADSPORT
Inkludierende Sportart und Ihr Ansprechpartner - aufgrund der Tradition dieser Sportart, welche auf breiter Basis im ÖBSV organisiert wird, ist auch der ÖBSV unter office(at)obsv.at Ihr Ansprechpartner

Die Klassifizierung (Radsport)

Startberechtigt sind Athlet/innen mit Sehbehinderungen (Tandem), cerebraler Parese (Zwei- und Dreirad) und Amputationen.

Neu dazugekommen ist das Handbike, mit dem Sportler/innen mit Rückenmarksverletzungen und Doppelbeinamputationen fahren. Handbiking ist eine Sportart für Fahrer/innen, die normalerweise einen Rollstuhl zur Fortbewegung benötigen oder wegen der Schwere ihrer Behinderung der unteren  Extremitäten kein konventione lles Fahrrad oder Dreirad benutzen können. Bei inkompletter Lähmung ist rein die Funktionsfähigkeit und nicht die Läsionshöhe die Grundlage für die Einstufung.

Blinde und Sehbehinderte

CY - B1, B2, B3. Die Athlet/innen starten alle in einer offenen Klasse.

Amputationen

LC1 - Die Athlet/innen haben Behinderungen an den Armen und nur geringe oder keine Beinbehinderung, z.B. Athlet/innen mit einer Amputation (oder Lähmung) eines Armes, von mehr als einem halben Fuß (Vorfuß) oder einer Längendifferenz der Beine von 7-12 cm.

LC2 - Die Athlet/innen haben eine Behinderung an einem Bein, können aber mit beiden Beinen treten (mit oder ohne Prothese), z.B. Athlet/innen mit einseitiger Unterschenkel- oder Oberschenkel-Amputation oder einer Längendifferenz der Beine von mehr als 12cm.

LC3 - Athlet/innen haben eine Behinderung in einem oder beiden Beinen, treten aber meist mit einem Bein, z.B. Athlet/innen mit einer Oberschenkel-Amputation, mit einer Muskelschwäche in beiden Beinen oder mit einer begrenzten Beugefähigkeit des  Knies von weniger als 50 Grad (Kurbelverkürzung auf 6cm). LC4-Athlet/innen starten in Österreich gemeinsam mit dieser Klasse.

LC4 - Sportler/innen haben Behinderungen in beiden Beinen (mit oder ohne Armbehinderungen), z.B. Athlet/innen mit Doppel-Oberschenkelamputationen mit zwei Prothesen, Doppelunterschenkelamputationen und nur einer Prothese, oder mit einer Muskelschwäche in beiden Beinen. International startet die Klasse LC4 bei genügender Starterzahl als eigene Klasse.

Cerebrale Parese

Div. 1: C1-C4 Dreirad
Div. 2:
C5-C6 Dreirad
Div. 3:
C5-C6 Zweirad - Die Entscheidung, ob ein Zwei- oder Dreirad benutzt wird, obliegt den Athlet/innen!
Div. 4:
C7-C8 Zweirad

Handbike

HC Div. A - HC1:

a. Tetraplegiker mit Behinderungen entsprechend einer kompletten Lähmung ab C7/C8 und darüber
b. eingeschränkte Funktionalität der Arme und Hände
c. Einschränkungen im System der Temperaturregulierung
d. gestörtes sympathisches Nervensystem

HC Div. A - HC2:

keine Wirbelsäulenverletzung, aber Restfunktionen wie HC1

HC Div. B - HC3:

a. Paraplegiker mit Behinderungen entsprechend einer kompletten Lähmung von TH1 bis TH3
b. wesentlich eingeschränkte Rumpfstabilität
c. gestörtes sympathisches Nervensystem

HC Div. B - HC4:

a. Paraplegiker mit Behinderungen entsprechend einer kompletten Lähmung von TH4 bis TH9/10
b. eingeschränkte Rumpfstabilität

HC Div. B - HC5:

keine Wirbelsäulenverletzung, aber Restfunktionen wie HC3/4

HC Div. C - HC6:

a. Paraplegiker mit Behinderungen entsprechend einer kompletten Lähmung von TH11 bis L4
b. keine oder eingeschränkte Unterschenkelfunktion
c. normale oder fast normale Rumpfstabilität

HC Div. C - HC7:

keine Wirbelsäulenverletzung, aber Restfunktionen wie HC6

HC Div. C - HC8:

a. Doppeloberschenkel-Amputierte
b. Amputierte mit anderen Behinderungen, die eine sichere Bedienung eines konventionellen Fahrrades oder Dreirades verhindern
c. inkompletter Verlust der Unterschenkelfunktion zusammen mit anderen Behinderungen, die eine sichere Bedienung eines konventionellen Fahrrades oder Dreirades verhindern.