Kinderparadies

Bei den Summer City Camps arbeiten WAT, Kinderfreunde und der ÖBSV zusammen, um Kindern mit Behinderung einen abwechslungsreichen Sommer mit Sport, Spaß und Spiel zu ermöglichen.

Alle Fotos (c) ÖBSV/Daniel Kudernatsch

9:30, Hans-Radl-Schule in Wien. Im Turnsaal hat es lauschige 26 Grad. Die Halle: nicht leer, sondern ein paradiesischer Indoor-Spielplatz, gebaut aus Matten, Bänken, Ringen und was man noch so findet. Die Verwandlung haben Kati Nagyi, ein BIC des ÖBSV, und Michael Diesner, staatlich geprüfter Trainer, zu verantworten. Und dann herrscht plötzlich reges Treiben im Kinderparadies. Zehn Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen tummeln sich mit weiteren fünf Betreuer*innen im Turnsaal. Es wird geschaukelt, es werden Körbe geworfen, gerutscht oder ein zwei Meter hoher (Sitz?)Ball durch den Turnsaal gerollt. Luca, der sich im Alltag mit seinem Rollstuhl die Welt erschließt, thront auf einer 1 ½ Meter hohen Plattform aus Matten. Man merkt am Lachen und Jauchzen, es taugt allen.

Die Kids machen bei den Summer City Camps mit. Das sind von der Stadt Wien in der Ferienzeit organisierte Programme für Kinder und Jungendliche mit Sport, Spiel und Spaß. Zwei Gruppen für Kinder mit Behinderung gibt es auch – tatkräftig unterstützt von den Wiener Kinderfreunden und dem ASKÖ WAT, dem Wiener Arbeiter Turn- und Sportverband. Der ÖBSV bringt seine Expertise durch Kati Nagyi, einen Bewegungs- und Informations-Coach ein.

„Die Kinder können hier einfach Bewegung und Sport machen, ganz ohne Druck“, so Kati. „Alle hier sollen Freude an der Bewegung haben. Sie können neue Sachen ausprobieren – wie etwa die Rolli-Kids beim Hochklettern – eine Erfahrung, die sie so sonst nicht machen können“, so Michael Diesner.

Zweite Station des heutigen Tages: Der Robinson-Spielplatz der Wiener Kinderfreunde nahe Heiligenstadt in Wien. Das Gelände ist ein kleiner Dschungel mitten in der Stadt. Es gibt einen Insektenzoo, Baumhäuser, Kletterseile und einen Fuchsbau. Also quasi alles, was Kinder cool finden.

Marcel und Elina klettern mit Kati einen steilen Abhang am Seil hinauf. Für Emilie eine kleine Mutprobe, die sie aber zusammen mit Kati super meistert. Da ist das Musizieren auf den überdimensional großen Schlagwerken dann die reinste Entspannung.

„Nächstes Jahr sollen mehr Kids mit Behinderung zu den Summer City Camps gebracht werden. Ziel ist es, einheitlichere Gruppen und Inklusionsgruppen zu bilden – was heuer durch die intensive Betreuung der Kids aufgrund von Covid-19 noch nicht möglich war“, so Kati.

Die Summer City Camps laufen noch bis Ende der Ferien.