Simon Wallner - Tiroler Sportler des Jahres 2017

Simon Wallner erhielt im Zuge der Tiroler Sportlerwahl am 27. April zum 1. Mal den Viktor für den Tiroler Sportler des Jahres.

Für einen Gänsehaut-Moment in der Dogana sorgte Skispringer Gregor Schlierenzauer. Der Rekord-Weltcupsieger, hielt die Laudatio für einen Athleten, der für ihn zum Freund und zum Vorbild wurde. Mono-Skifahrer Simon Wallner, seit einem Motorradunfall 2011 querschnittsgelähmt, wurde zum Behindertensportler des Jahres gewählt.

„Du bist einer meiner engsten Freunde geworden, dein Lebenswille inspiriert mich immer wieder“, sprach Schlierenzauer in Richtung des zu Tränen gerührten Volderers. Und Wallner zeigte sich sprachlos, hatte er den Siegeslauf von Martin Falch (sieben Erfolge) knapp, aber doch gebrochen. „Tausend Dank an alle, damit hätte ich nie gerechnet“, sagte der 31-jährige Familienvater.

Das Ergebnis:
1. Simon Wallner (Ski alpin) 23,13 %
2. Martin Falch (Triathlon) 20,97 %
3. Roman Rabl (Ski alpin) 14,30 %
4. Martin Legner (Rollstuhltennis) 7,18 %
5. Karin Becker (Golf) 5,89 %

Die Laudatio von Gregor Schlierenzauer

Simon Wallner ist ein Mensch,
… der gerne Grenzen auslotet,
… der über den Tellerrand hinausschaut,
… ein Mensch der JA zum Leben sagt,
… der motiviert und inspiriert
… und für den es nur Herausforderungen gibt,
und keine Probleme.

2011 – das Jahr in dem sich Simon seiner wohl größten Herausforderung stellen musste, – ein schwerer Motorradunfall.

Von einem Moment auf den anderen konnte er ab der Brust abwärts nichts mehr spüren …
… plötzlich war alles anders
… so vieles nicht mehr möglich.

Später im Krankenhaus die niederschmetternde Diagnose – Querschnittslähmung.

Seitdem ist er ab dem 5. Brustwirbel gelähmt, besitzt keine Rumpfmuskulatur mehr und sitzt im Rollstuhl.

Die wohl größte Stütze in seinem Leben war und ist seine Tochter Alena. Alena kam noch vor seinem Unfall auf die Welt und hat ihn während der Reha gemeinsam mit Familie und Freunden am meisten Kraft gegeben.

Doch Simon dachte nicht daran aufzugeben, er sah seinen Unfall als Herausforderung und begann schon in der Rehaphase sich nach Alternativen umzuschauen. Schon immer war er ein begeisterter Sportler und liebte das Schi fahren.

Schon bald entdeckte Simon das Monoschifahren und sein Kindheitstraum einmal bei olympischen Winterspielen teilzunehmen, nahm Fahrt auf. Heuer konnte er sich diesen Traum in Südkorea bei den Paralympics erfüllen, was mich als Freund mit großem Stolz erfüllt.

Aber auch neben dem Sport hat er ein großes Projekt in Angriff genommen. Als erster im Rollstuhl sitzender Student studiert er an der Universität Innsbruck Sportwissenschaften.

Simon ist ein lebensbejahender Mensch, ein Mensch der trotz seines großen Schicksalsschlages und der damit verbundenen Lebensumstellung viel positive Energie versprüht.

Er hat auch mir gezeigt, dass man Grenzen im Kopf überwinden kann, indem man sie annimmt und als Herausforderung sieht.

Du hast immer ein offenes Ohr und bist in den letzten Jahren zu einem meiner engsten und besten Freunde geworden. Für das bin ich dir sehr DANKBAR.

Deine Lebensfreude und dein starker Wille faszinieren mich immer wieder. Deine Dankbarkeit, deine Echtheit und deine Ehrlichkeit sind für mich und viele andere Menschen ein großes Vorbild.

Simon, ich wünsche dir von Herzen nur das Beste für deine Zukunft.

Danke für deine Freundschaft und herzliche Gratulation zum Sportler des Jahres.

Quelle: rsctu.at, TT